Zu Beginn des letzten Jahrhunderts lebte ein älterer Mann in Frankreich. Als seine Frau und sein einziger Sohn sterben, ist er verzweifelt. Wofür lohnt es sich jetzt noch zu leben? Davonlaufen wird das Beste sein, denkt er. Er verläßt also seinen Bauernhof in der fruchtbaren Ebene und zieht mit seinen 50 Schafen ins Hochland der Provence. Vielleicht kann er hier, in dieser trostlosen Wüstenlandschaft, alles vergessen. Fünf Dörfer mit zerfallenen Häusern liegen weit verstreut um den Ort, an dem er sich ansiedelt.
Die Menschen in den Dörfern liegen im Streit miteinander und einer nach dem anderen zieht fort.
Als erfahrener Bauer erkennt der Mann, dass sich hier etwas verändern muss, damit nicht die ganze Landschaft stirbt. Bäume müssen angepflanzt werden, denkt er. Bäume verhindern mit ihren Wurzeln, dass das Land austrocknet. Er besorgt sich deshalb immer wieder einen Sack mit Eicheln. Die rissigen und kleinen sortiert er aus. Die großen und kräftigen Früchte legt er in einen Eimer mit Wasser. Als die Eicheln sich richtig vollgesogen haben, nimmt er einen Eisenstab und zieht los.
Immer wider stößt er den Stab in die Erde und legt eine Eichel hinein. Drei Jahre geht das so. Dann hat er etwa 100 000 Eichen gesetzt. Wenn nur 10 000 davon treiben, wäre ich zufrieden, denkt er. Hoffentlich gönnt Gott mir noch ein paar Jahre, damit ich so weitermachen kann.
Sein Traum geht in Erfüllung. Der Mann wird 89 Jahre alt und schafft einen der schönsten Eichenwälder Frankreichs. Aus der Wüstenlandschaft ist eine fruchtbare Gegend geworden. Das Wasser ist wieder da. Weiden und Blumen wachsen, die Vögel kommen zurück. Auch die Menschen finden wieder den Weg hierher. Es macht den Menschen wieder Spaß, hier zu leben.