Im Falle eines MS-Schubes ist die sofortige Behandlung mit hoch dosiertem Kortison notwendig. In einigen Fällen gibt es aber für den Betroffenen durch diese Therapie keine Linderung der Beschwerden. Dann kann die Plasmapherese, eine Form der Blutwäsche, einen weiteren Weg darstellen. Sie sollte vier bis sechs Wochen nach Beginn des MS-Schubes stattfinden. Abhängig ist der Therapie-Erfolg, vermutlich vom speziellen Typ der MS.
Bei der Plasmapherese wird dem MS-Erkrankten eigenes Blut entnommen, dass flüssige Plasma und die Blutzellen werden dann in einer Zentrifuge getrennt. Das Plasma mit den Lymphozyten wird entnommen und durch fremdes Plasma oder humanes Albumin ersetzt. Der MS-Erkrankte erhält dann eine Transfusion seines eigenen "gereinigten" Blutes. Das kann mehrere Male wiederholt werden. Dahinter steht die Vorstellung, dass die Substanzen, welche das Myelin verändern und die Nervenleitfähigkeit mindern, in dieser Art und Weise entfernt werden.
Die verschiedene Formen der MS, lassen sich nicht nur nach dem Verlauf unterscheiden, sondern auch nach den Veränderungen am Gehirngewebe. Vier verschiedene Typen sind bekannt. Darunter sind MS-Erkrankte,die am so genannten Typ 2 leiden, bei dem sich Antikörper in den MS-Plaques (Herde) finden. Wissenschaftler konnten jetzt zeigen, dass Patienten des Typs 2 im akuten Schub von einer Plasmapherese-Behandlung besonders profitieren. Hinweise darauf lassen sich aus einer Kernspintomographie gewinnen. Zeigen sich in den Bildern bestimmte ringförmige Kontrastmittelanreicherungen ist anzunehmen, dass der Erkrankte auf die Behandlung ansprechen könnte.
Nach ersten hoffnungsvollen Erfahrungen, konnten die großen Erwartungen in den Einsatz der Plasmapherese nicht belegt werden. Dennoch gilt sie bei schweren Kortisonresistenten Schüben als eine Therapie-Alternative. Die Plasmapherese eignet sich nicht zur Langzeitbehandlung, ebenso nicht zur Therapie der MS-Verlaufsformen, bei denen keine Schübe stattfinden. Die Behandlungsmethode findet ausschließlich während akuter Schübe statt und sollte nur in Rücksprache mit MS-Kliniken erfolgen.
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