Mitoxantron ist in Deutschland für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen. Das basiert auf den Ergebnissen einer ganzen Reihe von Studien, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt wurden. Zusammengefasst erbrachten sie, dass Mitoxantron bei MS-Erkrankten mit sekundär-fortschreitender Verlaufsform, wie auch bei Patienten mit einer in schweren Schüben verlaufenden Form, ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann. Es konnte gezeigt werden, dass Mitoxantron die Schubrate bedeutsam senkt, darüber hinaus wird die Krankheitprogression sowohl bei schubförmigem als auch bei sekundär-chronischem Verlauf um etwa 30% gebremst. Bei dieser Therapie ist aber noch nicht endgültig geklärt, wie der Verlauf letztlich beeinflußt wird. Es ist wie bei allen Medikamenten, der sie gut verträgt und dem sie helfen, schwört auf sie. Zumindest führt es bei einem schweren schubförmigen Verlauf dazu, dass die Schübe gestoppt werden können. Die Zulassung in Deutschland, war Anlass einer Reihe falscher Berichterstattungen in den Medien, Mitoxantron kann und sollte tatsächlich nur unter bestimmten Vorrausetzungen "genommen" werde. Es wäre Wahnsinn, wenn jeder Betroffene mit nur geringen Einschränkungen zu diesem Medikament greifen würde. Die Preispolitik bei Mitoxantron ist ähnlich "undurchsichtig", wie bei manchen anderen MS-Medikamenten, als MS-Medikament kostet Mitoxantron wesentlich mehr, als wenn das Mitoxantron zur Krebstherapie eingesetzt wird.
Mitoxantron wird intravenös als Infusion verabreicht. 1 Einzeldosis wird an einem Tag verabreicht. Die Einzeldosen werden alle 12-24 Wochen wiederholt. Die Dauer der Therapie wird durch die Maximaldosis auf 24-36 Monate oder alternativ 120-140 mg/m2 Körperoberfläche begrenzt. Ob die Gesamtdosis überschritten werden kann, darüber streiten sich die medizinischen Geister - empfohlen wird es nicht. Regelmäßig vor dem Beginn der Behandlung, muss eine echokardiographische Untersuchung (Herzultraschall) gemacht werden, um vor der Behandlung Herzprobleme auszuschließen. Erkrankte mit einer Vorerkrankung des Herzens, können diese Therapie nicht durchführen. Frauen sollten unter Behandlung mit Mitoxantron eine sichere Empfängnisverhütung durchführen, in Schwangerschaft und Stillzeit darf nicht behandelt werden. Die Anwendung von Mitoxantron bei Kindern und Jugendlichen mit Multipler Sklerose ist trotz bestehender Vorerfahrungen experimentell - eine Zulassung bei Kindern und Jugendlichen besteht nicht - der Einsatz erfolgt nach den Erfahrungen im Erwachsenenalter.
Die Behandlung sollte nach Möglichkeit in einer Neurologischen Klinik erfolgen, wird inzwischen aber auch ambulant durchgeführt - vor der Behandlung muss eine Patientenaufklärung stattfinden. Dabei und in der ersten Zeit danach, muss eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes und der Leber- und Nierenfunktionswerte durchgeführt werden. Außerdem sollte während der Behandlung und danach auf Herzprobleme (Herzrhythmusstörungen, Herzmuskel) geachtet werden. Zehn Tage nach der Mitoxantron-Gabe ist der Tiefpunkt der Blutkörperzahlen erreicht, nach 21 Tagen erfolgt die Erholung des Blutbildes.
Übelkeit und Erbrechen, so wie Kopfschmerzen können Nebenwirkungen der Behandlung sein, aber auch dagegen gibt es die dementsprechenden Medikamente (Infusionen). Es kann zu Appetitverlust, Haarausfall, Schleimhautschädigung kommen, außerdem hat Mitoxantron eine toxische Wirkung auf Knochenmark und Herz. Infektionen in Form von Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen sind ebenfalls möglich, außerdem kann es für einen längeren Zeitraum zum Ausbleiben der Regelblutung kommen.
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