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Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird. (Kant)


Was ist Inkontinenz

Gemeint ist die Unfähigkeit, den Urin bewusst zurückzuhalten, oder ein unnatürlich häufiger starker Harndrang. Dasselbe gilt für die Stuhl-Inkontinenz, bloss das andere Muskelgruppen betroffen sind. Gemeinsam ist beiden die fehlende oder unzureichende Nervenübermittlung. Inkontinenz kann natürlich auch andere Gründe haben als eine MS, die sollten vorher ausgeschlossen werden.


Stress-Inkontinenz
Mit Stress ist ein Druckanstieg in der Bauchhöhle gemeint, der bei Niesen, Husten und Lachen oder beim Hochheben einer Last auftritt. Normalerweise widersteht der Verschluss der Harnröhre dem Stress einer sich plötzlich auftretenden Druckerhöhung.

Drang-Inkontinenz
Normalerweise hat die Blase ein Fassungsvermögen von 300 bis 500 ml. Wird diese Kapazität nicht trainiert oder behandelt, kann die Blase kleiner werden. Der Harndrang tritt dann immer früher auf oder kann so plötzlich auftreten oder so stark sein, dass sich die Blase unaufhaltsam entleert. Ebenso ist es bei einer Fehlsteuerung der Nerven. Das Signal urinieren zu müssen, kommt nicht oder nicht rechtzeitig.

Überlauf-Inkontinenz
Dabei ist die Blase ständig prall gefüllt, aber nur kleine Urinmengen gehen in unregelmässigen Abständen unkontrolliert ab, ohne dass die Blase wirklich entleert wird. Dieses wird auch als Harnverhalt bezeichnet.

Bei einigen MS-Betroffenen entwickeln sich Harnwegsinfektionen, die durch häufiges Wasserlassen, starken Geruch oder Verfärbung des Urins gekennzeichnet sind.


Stuhl-Inkontinenz
Die Stuhlinkontinenz ist der unbeherrschbare Abgang von Gas, Schleim, flüssigem Stuhl oder festen Bestandteile. Es bedeutet, dass man die Entleerung des Darmes nicht willkürlich zurückhalten kann. Eine Form bei MS ist die sensible Innervationsstörung, die dem Betroffenen Empfindungen wie Stuhldrang, Stuhlfülle des Rektums oder Stuhldurchtritt durch den Analkanal überhaupt nicht wahrnehmen lassen (sensorische Inkontinenz).




Hilfen bei Inkontinenz

Vor jeder Therapie sollte eine ausführliche Untersuchung stehen, die bei einem Spezialisten durchgeführt wird. Manchmal ist es auch sinnvoll, Ärzte und Ärztinnen unterschiedlicher Fachrichtungen hinzuziehen. Entscheidend ist, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen.


Blasentraining
Ziel ist die Steigerung der Blasenkapazität. Bei einer konstanten täglichen Trinkmenge versucht man, die zeitlichen Abstände zwischen dem Gang zur Toilette auszudehnen. Die Blase lernt somit, mehr Wasser aufzunehmen und zu behalten, ohne das Urin abgeht. Regelmässige Besprechungen mit dem Arzt und die Erfolgskontrolle durch schriftliche Aufzeichnungen erleichtern das Training.

Beckenbodentraining
Durch konsequentes Beckenbodentraining können Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und auch sexuelle Funktionsstörungen gebessert werden. Das Training beginnt mit dem Spüren und Bewusstmachen der Beckenbodenmuskulatur und mit dem Erlernen und Üben der Beckenbodenmuskelkontraktionen. Danach werden die Beckenbodenmuskeln durch intensives Training gestärkt. Schrittweise wird dann die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur in den Alltag integriert.


Stuhl-Inkontinenz
Eine regelmäßige Stuhlentleerung zu festgesetzten Zeiten ist hilfreich, das kann man üben. Man sollte viele Ballaststoffe essen, dadurch wird der Stuhl geformt, aber weich. Es gibt die Therapie mit Sphinktertraining (Muskulatur) und Beckenbodengymnastik zur Stuhlregulierung und der Vermeidung von Obstipation und heftigem Pressen zum Stuhlgang.

Biofeedbacktraining
Mittels eines in den Analkanal eingeführten Sensors kann der Betroffene am Bildschirm das Verhalten der verschiedenen Anteile seiner Schließmuskulatur während des Pressens und der Entleerung kontrollieren.


Maßnahmen
Steigern der Ballastmenge in der Nahrung mit viel Gemüse, Salat bzw. Obst, z. B. Orangen, Ananas. Bananen und Birnen enthalten kaum Ballaststoffe. 2 x täglich 1-2 Esslöffel Leinsamen, z.B. Leinsaat, nicht geschrotet, nicht gemahlen, als Beigabe z.B. zu Joghurt, Müsli, Kartoffelbrei. Keine gebrannten Körner, z.B. Leinsamenbrot, sie quellen nicht mehr. Mehr zu trinken als üblich ist nicht nötig.

Es sollte nicht versucht werden, krampfhaft einen täglichen Stuhlgang zu erzwingen. Zur Toilette gehen, wenn Stuhldrang verspürt wird und wenn möglich zügig entleeren, nicht zurückhalten, sonst gibts womöglich eine Verstopfung. Man sollte sich ohne allzu großes pressen entleeren können, pressen kann auf Dauer die Muskeln erschlaffen lassen. Ein normaler Stuhl ist wie eine weiche, formbare Wurst, keine harten Kügelchen, kein schmieriger, klebriger Brei. Ein gesundes Bauchmuskeltraining ist sicherlich auch kein Nachteil.




Links zum Thema Inkontinenz

Deutsche Kontinenz Gesellschaft...............
Zitat: Ein gemeinnütziger Verein mit der Zielsetzung gegründet, die "peinliche" Erkrankung Inkontinenz aus der Tabuzone zu holen, in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen und so den Weg frei zu machen für eine verbesserte Diagnose und Behandlung.
Das Inkontinenz-Portal.........................
Zitat: Wir leisten Kontinenzhilfe: Wir geben einen aktuellen Überblick über die Hilfsmittel bei Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz. Dazu gehören auch Therapiegeräte zur Behandlung von Blasenschwäche und Darmschwäche. Wir versorgen Sie zudem mit Informationen über alle Inkontinenzformen und die Leistungspflichten der Gesetzlichen Krankenversicherungen.
Coloplast Inkontinenzversorgung.........................
Zitat: Bei Coloplast möchte man mit dem Internet-Auftritt nicht nur die Produkte vorstellen, sondern den Besuchern auch die Möglichkeit geben, sich umfassend über Coloplast und alle Themen rund um die Stoma-, Inkontinenz- und Wundversorgung zu informieren.
Netdoktor Laborwerte Urin-untersuchung.................
Zitat: Bei einer Urinuntersuchung wird der menschliche Urin nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Bei Netdoktor ist das sehr gut beschrieben.
Netdoktor Laborwerte Stuhl-untersuchung...............
Wie im vorigen Link, allerdings zum Thema Stuhluntersuchung.
Autonom Leben e. V.........................................
Zitat: In der Regel werden behinderte Menschen in dieser Gesellschaft aufgrund ihres Behindertseins benachteiligt, ausgesondert und entmündigt. Behinderte Menschen erfüllen die Normen der Leistungsgesellschaft überwiegend nicht.


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