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Copaxone (Glatirameracetat)

Glatirameracetat ist eine zufällige Mixtur von Polypeptiden (Proteine=Eiweiße) die aus einer Zusammenfügung von 4 Aminosäuren (Moleküle) besteht. Sie hat in ihren Eigenschaften gewisse Ähnlichkeiten mit Myelin, dem Basisprotein in den Nervenhüllen (Nervenscheide). Ihre genaue Funktionsweise ist unbekannt, wie auch bei den Interferonen. Es wird vermutet, dass es die Immunzellen abschwächt, die für die Entzündungen im Gehirn und Rückenmark verantwortlich sind. Bei der Gabe von Glatirameracetat zeigen sich im Kernspintomogramm weniger Krankheitsherde, außerdem soll sich (laut Studien) die Anzahl der Krankheitsschübe verringern. Der vermeintliche Erfolg, ist bei Erkrankten mit geringer Behinderung (laut Studien) am wahrscheinlichsten.

Bereits 1967 wurde in Israel ein Polypeptidgemisch hergestellt, das Copolymer-1 genannt wurde. Es konnte gezeigt werden, dass Copolymer-1 die Schubrate geringfügig vermindert und den weiteren Verlauf der MS scheinbar verlangsamt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Preispolitik der Hersteller. Allein die Tatsache, dass Copaxone ein MS-Medikament ist genügt schon, um es im schon typischen MS-Hochpreissektor anzusiedeln. Es ist über 40 Jahre alt, kein HighTech-Produkt, nicht gentechnologisch hergestellt und ein Polymer aus 4 Aminosäuren ist extrem bilig herzustellen - noch dazu erfolgt die "Mixtur" der 4 Aminosäuren zufällig. Ein Sack Schweinefutter enthält mehr höherwertiges Protein, das mit mehr Aminosäuren bestückt - und in der Produktion teurer ist.

Beim schubförmigen Verlauf und teilweise auch beim chronischen, kommt das Glatirameracetat zum Einsatz. Die Verordnung des Medikamentes (Copaxone) ist für die Behandlung von Multiple Sklerose zugelassen. Die Behandlung kann durchgeführt werden, wenn die Nebenwirkungen der Interferone nicht vertragen werden - welchen Sinn diese "Empfehlung" auch immer haben mag. Es wird täglich unter die Haut (subkutan) gespritzt. In der Folge können lokale Hautreaktionen auftreten z. B. die Haut an der Einstichstelle wird rot und juckt, außerdem können Hautdellen auftreten. Gelegentlich kommt es zu einer "Postinjektionsreaktion" (Spir), direkt nach der Injektion. Herzklopfen, Rötung des Gesichtes, Engegefühl im Brustkorb sind Anzeichen des "Spir". Sie klingen meistens nach ca. einer halben Stunde ab. Nebenwirkungen sollen ansonsten, allgemein gesehen, nicht so stark ausgeprägt sein - wie etwa bei den Interferonen. Eine weitere unangenehme Nebenwirkung können Gelenkschmerzen sein. Wurden sie über Jahre im Beipackzettel mit 2%-Risiko angegeben, ist der Hersteller inzwischen auf ein 10%-Risiko gegangen.



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