Allgemein werden Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit in Form von herabgesetzter Aufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, vermehrte Vergesslichkeit oder andere Denkstörungen zusammenfassend als kognitive oder neuropsychologische Störungen bezeichnet.
Bei Gedächtnisstörungen ist zwischen den verschiedenen Bereichen zu unterscheiden. Das prozedurahle Gedächtnis ist für die Erinnerung zuständig, wie etwas gemacht wird und wird bei MS fast nie beeinträchtigt. Das semantische Gedächtnis ist für das Erinnern von Ereignissen, Worte oder Dinge zuständig und kann bei MS gestört sein. Es besteht aus drei Vorgängen. Im ersten Teil muss eine Information wahrgenommen und richtig eingeordnet werden, im Zweiten erfolgt die entsprechende Speicherung und im dritten der Abruf bei Bedarf.
Der letzte Vorgang ist bei MS am ehesten beeinträchtigt, das heißt die benötigte Information ist zwar vorhanden, wird aber nicht gefunden. Am häufigsten ist aber das Kurzzeitgedächtnis betroffen, z.B. Ereignisse der letzten Zeit. Daneben auch oft das prospektive Gedächtnis betroffen, z.B. die Fähigkeit sich an ein geplantes Ereignis oder eine Verpflichtung zu erinnern.