Ich habe damals mit 16 die Diagnose bekommen, dass ich unter Multipler Sklerose leide ... (siehe Beitrag "Auch Teenager haben MS").
Mein Doc hat damals gleich damit angefangen, dass ich mich spritzen soll ... Ich spritze jetzt jeden 2. Tag Betaferon und gehe 1x in der Woche zur Physiotherapie. Niemand sieht es mir an,dass ich so eine furchtbare Krankheit in mir trage ... Ich habe seit 6 Jahren keine Anzeichen mehr gehabt, fühle mich wie ein gesunder Mensch und bin einfach nur glücklich,dass die MS bei mir so gut therapiert wird.
Ich bin ein total lebensfroher Mensch und bin auch für jeden Blödsinn zu haben ... Ich gehe in Diskotheken, gehe Vollzeit arbeiten und bin wie schon erwähnt in keinster Weise eingeschränkt. Es gibt also auch die guten Verläufe der MS und wenn jemand die Diagnose bekommt, muss er nicht gleich den Kopf in den Sand stecken ... Kämpfen lohnt sich!
Liebe Grüße, Stephanie
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Es war kurz vor meinem 16. Geburtstag, als es mit mir im wahrsten Sinne des Wortes bergab ging. Ich hatte an den Füßen solche Kribbelgefühle, die nicht mehr weggingen, an sich störte mich das alles nicht, da ich mir so dachte, ach wird schon nix weiter sein. Doch irgendwann wurden meine Füße taub, was sich bis zu den Oberschenkeln hochzog. Komisch, dachte ich mir so. Doch nach 4 Tagen war es weg und mein gesammter Mund fing an taub zu werden, d.h. meine Zunge war taub, meine Zähne und Lippen, dass war ein schreckliches Gefühl, gerade beim küsssen.
Doch auch das war nach 6 Tagen weg. Den nächsten Morgen stand ich mit dermaßen starken Kopfschmerzen auf, es ging nix mehr. Doch da ich in der Schule sehr ehrgeizig bin und immer gute Noten anstrebe, wollte ich natürlich nicht fehlen und ich ging trotz der starken Kopfschmerzen zur Schule und schrieb sogar Arbeiten mit, das war eigentlich unmöglich. Das ging dann Tag für Tag, ich stand schon mit wahnsinnigen Kopfschmerzen auf und krümmte mich morgens am Boden. Auch meine schulischen Leistungen ließen nach, ich schrieb nur noch fünfen und sechsen, was ich sonst nie zu stande brachte.Irgendwann konnte das meine Mutti nicht mehr mit ansehen und ging mit mir zum Arzt. Meine Allgemeinärztin konnte mir nicht weiterhelfen und überwieß mich zu einer Neurologin. Diese meinte, dass das alles Streß bedingt sei und ich mir keine weiteren Sorgen machen bräuchte.
Doch es wurde nicht besser mit mir, ich konnte nicht mehr laufen, mein Gleichgewichtssinn war weg. Irgendwann lag ich dann nur noch im Bett, weil ich überhaupt nicht mehr die Kraft hatte aufzustehen und somit hat mich meine Mum in ein Krankenhaus gebracht, die Bosseklinik in Wittenberg. Dort wurde festgestellt, dass ich eine Entzündung im Zentralnervensystem hatte. Sie behielten mich sofort da und ich bekam Prednisolon, klar dass ich wie so ein Hefekloss auseinanderging, das störte mich total, weil ich sehr viel Wert auf mein Äußeres lege. Doch mein Krankheitsverlauf wurde noch schlimmer, ich sah alles viel schlechter und doppelt und habe auf dem rechten Ohr überhaupt nichts mehr gehört, man dachte ich, wann ist dieser Horror endlich zu Ende?
Normalerweise bekommt man 4 Infusionen, doch ich bekam 8, da bei mir nichts angeschlagen hat. Weihnachten, Silvester, meinen Geburtstag, die schönsten Tage im Jahr musste ich im Krankenhaus verbringen und es besserte sich nur lansam etwas. Nach 4 Wochen Krankenhausaufenthalt wurde ich dann entlassen, aber ich machte nur langsam Fortschritte. Es dauerte ewig, bis ich wieder einen sicheren Gang bekam und alles so war, bevor die Krankheit überhaupt dagewesen war. Als ich dann nach 3 Monaten wieder anfing Doppelbilder zu sehen und alles erneut anfing, stellten die Ärzte bei mir MS fest. Ich konnte erst gar nicht so recht etwas damit anfangen, denn ich hatte zuvor noch nie etwas davon gehört. Doch als ich dann las, dass man sein ganzes Leben diese Krankheit haben wird und sie sogar bis in den Rollstuhl führen kann, ging für mich eine Welt unter.
Denn mit 16 Jahren hat man soviele Pläne, ich wollte nach dem Abitur auf ne Schauspielschule gehen, doch das alles hat sich für mich persönlich erledigt. Im kommenden Schuljahr wechsle ich auch auf eine Sekundarschule, weil ich zu meinem Abschluss kommen möchte und man ja nie weiß, wann der nächste Schub kommt. Danach möchte ich gern eine Lehre zur Bankkauffrau machen. Momentan geht es mir richtig gut und ich denke eigentlich nur selten daran, dass ich an dieser Krankheit leide. Ich kenne auch eine Frau, die allerdings schon älter ist und seit 4 Jahren nichts mehr hatte. Sowas baut mich natürlich auf und da denke ich dann immer, warum sollte es mir nicht so gehen?
Meine Entzündungen vom letzten Schub sind alle zurückgegangen und das ist eigentlich sehr erfreulich. Ich machedas Beste aus meinem Leben, es ist schon klar, dass man versucht so wenig wie möglich daran zu denken, manchmal verdrenge ich es auch, weil wenns mir gut geht, warum sollte ich mich dann mit so etwas belasten? Und ich bin mir sicher, dass alle Leute die MS haben, trotzdem ein schönes Leben haben können, akzeptiert einfach eure Krankheit! Wenn ihr Lust habt mit mir Emails zu schreiben, dann meldet euch bei mir.
Eure Stephanie
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