Mein Name ist Susanne, ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder.
Bei mir fing alles so vor zwei Jahren an. Mein Gang verschlechterte sich irgendwie, ich war total matt und müde und meine Hände und Arme kribbelten und brannten irgendwie wie Feuer. Ab zum HA und dann zum Orthopäden. Verspannungen im Rücken - das gehe schon wieder weg... so war es auch, nach 2 Monaten besserte sich es. Die Arme kribbelten nur noch selten, mein Gang war allerdings immer noch nicht besser. Der Orthopäde meinte, er könne sich das auch nicht erklären, ich hätte bestimmt zu viel Stress...
Na ja... Nach 5 Monaten kam dann wieder diese ungeheure Müdigkeit, kribbeln in den Beinen, Armen, brennen wie Feuer.... ich konnte noch nicht einmal den Fön halten... Wieder zum Orthopäden... Akkupuktur und Krankengymnastik. Hat nicht geholfen. Der Arzt meinte dann, er weiss auch nicht, woher diese Sensibilitätsstörungen kämen und warum ich nicht richtig laufen konnte. Es liege wohl an meinem Übergewicht. Ich solle abnehmen und könnte gerne von ihm Schmerzmittel bekommen, auch als Dauertherapie! HALLO? Das lehnte ich mit der Begründung ab, dass ich nicht ohne eine genaue Diagnose irgendwelche Pillen schlucke und schon gar keine Schmerzmittel auf Dauer. "Diese Einstellung lobe ich mir" sagte er und verschwand. Klasse, dachte ich... musste halt da durch. Wird schon irgendwie gehen.
Das Dauerkribbeln ging dann weg und kamm mehrmals täglich für kurze Momente. Nur meine Beine wollen seit dem keine längeren Strecken mehr gehen und beim Treppen steigen (vorallem runter) zittern sie gewaltig. Auch wenn ich vom Stuhl aufstehe oder mich hinsetze. Meine körperliche Kraft hat ebenfalls gewaltig nachgelassen. Das ging dann eine ganze Weile so. Anfang Januar diesen Jahrens bemerkte ich dann, dass meine Zunge oberflächlich kribbelte und brannte. Das ist immer noch so. Zwischendurch hatte ich dann in meine linken Gesichtshälfte eine ca 6 cm große Stelle, die ebenfalls kribbelte und sich pelzig anfühlte. Auch die Zunge wird zwischendurch pelzig.
Am 07.01. diesen Jahres bemerkte ich auf der Arbeit, dass meine Zunge beim Sprechen nicht immer so wollte wie ich. Bei einfachen Worten fing ich an zu nuscheln oder vertauschte Buchstaben.... Das war dann der Zeitpunkt, wo ich dachte, jetzt muss was passieren. Am 11.01. hatte ich dann eine Einweisung für eine neurologische Klinik. Der Arzt in der Notaufnahme untersuchte mich und befragte mich gründlich. Er schrieb Verdacht auf E.D. und sagte, ich werde stationär aufgenommen. Das könne nur eine Entzündung der Nerven sein. Dafür würde E. D. stehen...
Also ab auf die Station. Frühere Erkrankungen oder Operationen interessierten die Ärzte nicht. MRT nur Schädel), Lumbalpinktion, EEG... alles ohne Befund. Ob ich psychische Probleme hätte, oder die Beschwerden immer dann kommen, wenn ich zu schnell atme... HALLO? Ich verneinte das. 4 Tage vor meiner Entlassung war dann Chefarztvisite... Die war sehr interessant. Der Chefarzt fragte, ob mir die Physiotherapie denn helfe... Öhhhhmmm... war ich vielleicht zwischendurch geistig nicht anwesend?? Ich fragte ihn, welche Physiotherapie??? Ups... der Oberarzt blätterte verstört in meinem Krankenblatt und ordnete dann Krankengymnastik an.
Am nächsten Tag kam dann auch eine Physiotherapeutin und führte ein ausführliches Gespräch mit mir und machte einige Tests. Dann fragte sie, ob ich, wenn wieder eine schubartige Verschlimmerung eintritt, immer hochdosiertes Kortison bekomme und welche Medis noch... Ich guckte etwas verstört und sagte ihr, das ich ja noch keine Diagnose habe und ja eben deswegen hier wäre und wie sie sie darauf komme. Sie sagte nur, wegen des beschriebenen Krankheitsbildes und lenkte dann aber sofort ab...
Heute, am 25. Januar, bin ich entlassen worden und habe mir eben den Brief an meine HA gelesen. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Da steht doch tatsächlich: Da die Beschwerden in der Klinik rückläufig seien, bräuchte keine weitere Behandlung durchgeführt zu werden...Das habe ich nie gesagt, dass meine Beschwerden sich gebessert haben!!!! Es wird eine psychatrische Abklärung empfohlen...
Habe eben nachgeschaut, was Verdacht auf E.D. bedeutet. E. d.: Abk. für Encephalomyelitis disseminata; syn. Multiple Sklerose.
Werde also erst mal weiter leben wie bisher und nicht aufgeben! Was immer ich auch habe, das Leben geht schließlich weiter und ich liebe das Leben!!!
Hiermit möchte ich auch meinen Kindern und vor allem meinem Mann Andre für ihre Liebe und ihr Verständnis danken. Meine Familie ist alles andere als Stress und Belastung. Im Gegenteil... sie ist mein Ruhepol und meine ganze Freude.
Susanne
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