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Je hohler das Schlagwort ist, desto mehr Lärm kann man damit erzeugen. (Priestley)


Ich will euch Mut machen / Kathrin

Ich möchte vor allem für diejenigen, die mit einer frischen Diagnose in der Hand geschockt nach Orientierung suchen, ein bisschen Mut anbieten.

Ich bin 38 Jahre alt und seit 4 Jahren diagnostiziert. Der erste Schub war absolut heftig, mein rechter Arm total außer Betrieb, ich war über ein halbes Jahr krank geschrieben. Danach vier Jahre nichts und erst dieses Jahr wieder zwei kleine Schübe. Der erste kam mit Schwindelanfällen ganz gemein daher, war aber nach drei Tagen Anti-Schwindel-Trainig ohne Medikamente ausgestanden. Der aktuelle Schub macht sich im Bein als Gefühlsstörung bemerkbar, ist aber so leicht, dass ich nicht mal zum Arzt gehe. Ich habe MS. Andere sind DiabetikerInnen, sind suchtkrank, haben Depressionen oder hohen Blutdruck. Also nicht die Frage warum ich?

Außer der MS habe ich zwei weitere chronische Krankheiten, aber alles mit Medikamenten so weit unter Kontrolle, dass sie mich nur wenig beeinträchtigen.

Ich will euch Mut machen: nicht alle Verlaufsformen sind so dramatisch. Viele MS-ler, die ich kenne, haben sich mit der Krankheit arrangiert und leben so, wie andere auch. Vor zwei Jahren wurde meine Tochter geboren. Unsere Entscheidung dafür war bewusst. Wir haben es uns gemeinsam zugetraut. Und: wir wollten mit diesem Kind leben.

Es geht mir nicht wunderbar, aber ich bin glücklich. Was will ich mehr?

Kathrin

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