Wie sue ergeht es auch meinem freund. Er bekam die diagnose im herbst 2000, da waren wir gerade erst ein paar monate zusammen. Seitdem hatte er 2 bis drei weitere schübe inkl. krankenhausaufenthalte. Aber seit ca 2 jahren, vielleicht auch etwas länger hat er keine schübe mehr, nichts! Manchmal bekommt man hoffnung, fängt an zu denken, er ist nicht krank…ich glaube, er denkt das auch manchmal. Jedoch hat er von seinen schüben einiges zurückbehalten – eine sehschwäche auf einem auge, und empfindungsstörungen an der haut (anfangs tat ihm jede berührung weh), sowie seine eine körperhälfte ist etwas schwächer. Aber ansonsten ist er eigentlich ausgesprochen fit.
Das ist meiner meinung nach das heimtückische an der krankheit. Da sie (zumindest bei ihm) nur in schüben kommt, und schon so lange nicht mehr da war, denke ich manchmal wirklich, er ist gesund. Nur seine medizin (3 mal täglich) erinnert mich noch sporadisch an die krankheit. Er ist jetzt seit 3 jahren bei einem heilpraktiker, und wird homöopathisch behandelt. Interferon oder cop hat er noch nie genommen, und manchmal schleicht sich das gefühl der hoffnung wie schon beschrieben ein – ich denke aber wirklich, dass die behandlung bei dem arzt und seine mittel geholfen haben. Es ist natürlich sehr schwer, damit umzugehen, und wir reden nur wirklich über die krankheit, wenn er schübe hat, was ja nun schon lange her ist. Ich glaube wir beide versuchen es zu verdrängen, ziemlich erfolgreich sogar, und bis jetzt hat uns die krankheit durch ihre lange abwesenheit auch nicht davon abgebracht.
Es ist das erste mal, dass ich öffentlich hierüber rede, und es tut echt gut. Ich hoffe, dass weitere schübe ausbleiben, aber aufhalten kann ich es natürlich nicht. Nichtsdestotrotz haben wir ein ganz normales familienleben geplant, mit kindern, etc. ich hoffe nur, dass wir das verwirklichen können.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich vermutlich seit gut 1 jahr komplett verdrängt, dass er ms hat. Jetzt wird es mir langsam wieder bewusst, und das macht mir angst. Er ist ein sehr lebenslustiger mensch…. Am besten hat mir der satz von einer frau aus diesem forum gefallen: in etwa „ glücklich leben kann man auch als behinderter.“ Das stimmt, und es macht mir mut. Vor allem mut, ihm beizustehen und zu helfen, und ihm zu zeigen, dass wir das zusammen schon schaffen werden. Denn eines ist klar, verlassen werde ich ihn nie, egal wie schlimm es noch wird. Also heisst es, weitermachen, und das leben geniessen, voll auskosten, so lange man nur kann.
Jasmin
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