Hallo! 2001 begann mein neues Leben. Nach einem Nachtdienst legte ich mich, nachdem ich den ganzen morgen im Internet gesurft hatte, kurz hin zum schlafen. Meine Kinder waren damals noch klein, so dass ich auch nicht viel Zeit zum ausruhen hatte. Als ich wieder erwachte, konnte ich nicht mehr Sprechen, es war mir schwindelig und ich war total benommen, als ob ich nicht mehr auf dieser Welt wäre. Meine rechte Körperhälfte spürte sich seltsam an. Dann ins Krankenhaus, Verdacht auf Schlaganfall. Tagelanges hin und her in Diagnosen und Untersuchungen. Entgültige Diagnose: Befindlichkeitsstörung.
Überarbeitete, hysterische Mutter sollte sich mal ausruhen oder Psychopharmaka nehmen. Empfehlung: Psychosomatikklinik. Da bin ich auch hin. Der Psychosomatiker meinte meine Symptome wären völlig untypisch für eine psychosomatische Erkrankung. Ich war frustriert und verzweifelt. Mit so einer Diagnose kann keiner etwas anfangen. Überall gilt man als psychisch gestört und bekommt Superratschläge. Die Krönung ist, dass ich selber Ärztin bin, ich also weiß, was Sache ist.
Was habe ich also getan? Ich habe mir alle Untersuchungsergebnisse angeschaut. Es gab eigentlich nur 2 Alternativen: entweder eine Borreliose oder MS. Ich ging damals von einer Borreliose aus und habe mich selber antibiotisch behandelt. Danach verschwanden die Symptome und es ging mir besser. Dann habe ich mit Kunderliniyoga begonnen und Transzententale Meditation erlernt. Außerdem habe ich eine Weiterbildung in Homöopathie gemacht und mich selber behandelt. Ich habe ingesamt 4 gute Jahre gehabt , davon 2 fast beschwerdefrei.
Inzwischen, nachdem es mir jetzt ein Jahr wieder richtig körperlich mies geht, denke ich, dass es doch MS ist, was mich quält. Aber was nützen mir Untersuchungen oder das mir ein Arzt sagt es ist MS? Dadurch werde ich körperlich nicht fiter oder schmerzfreier oder oder... Also wieder psychisch aufraffen, überlegen was kann ich noch , wie belastbar bin ich körperlich. Im Moment bin ich verzweifelt, aber ich weiß, dass ich versuchen werde möglichst lange ohne Hilfe aus zukommen. Den Haushalt schaffe ich kaum noch, es liegt viel herum, der Garten verwildert.
Da es keine Diagnose gibt, glauben viele Menschen in meiner Umgebung, ich würde mich nur anstellen, sollte mal Sport machen oder dies oder das tun. Wofür brauchen alle die Diagnose eines Arztes schwarz auf weiß? Wieso reicht es nicht, wenn man sagt ich kann das nicht mehr?
Elli
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